3ik-Wochenbericht vom 21.10.2022

Von Hans Heimburger

 

Kurze Flashs auf die wirtschaftlichen bzw. Börsen-Highlights der Woche:

Von der Inflationskrise in die nächste Finanzkrise?

Der historisch steile Renditeanstieg an den Rentenmärkten beunruhigt die Kapitalmärkte zunehmend. Die zinspolitischen Kehrtwenden der Notenbanken in diesem Jahr sind atemberaubend. Die Inflationsexplosion hat die Währungshüter regelrecht vor sich hergetrieben.

 

Die Geldpolitik stand in den vergangenen Monaten nahezu ausschließlich im Zeichen der Inflationsbekämpfung. Diesem Primat wird seitens der bedeutenden Notenbanken (mit Ausnahme der BoJ und der PBoC) in der westlichen Welt derzeit alles untergeordnet. Hierbei sind durchaus nennenswerte Risiken entstanden, die ich für Sie in den nachfolgenden Punkten gerne beleuchten möchte.

  • Die Zentralbanken haben die Instrumente, um mit Liquiditätskrisen umzugehen, die durch steigende Zinsen und fallende Vermögenspreise entstehen. Die größere Gefahr besteht vielmehr darin, dass höhere Zinssätze zu einem starken und gleichzeitigen Rückgang der Vermögenspreise führen, der die Solvenz der Finanzinstitute bedroht. Die meisten Banken scheinen aktuell besser in der Lage zu sein, den Preisverfall von Vermögenswerten zu verkraften als im Jahr 2007 (kurz vor der Finanzkrise). Wenn Probleme auftauchen, dann wahrscheinlich im Schattenbankensektor oder in Volkswirtschaften, in denen die Zinsen besonders stark steigen.
  • Die jüngsten Turbulenzen auf dem Gilt-Markt (Markt für britische Staatsanleihen) zeigen, wie schwierig es ist, aus der extremen Niedrigzinspolitik in eine Politik der stark steigenden Zinsen zu switchen. Dies birgt die Gefahr von Finanzkrisen.
  • Wichtig ist eine Unterscheidung nach Liquiditätskrisen – diese sind durch Zentralbanken relativ leicht zu beheben und schlagen bei schneller Reaktion nur begrenzt auf die Realwirtschaft durch – und Solvenzprobleme. Diese stellen eine viel ernstere Bedrohung für die Realwirtschaft dar. Sie treten auf, wenn der Wert der Vermögenswerte eines Instituts unter den Wert seiner Verbindlichkeiten fällt. Große und systemische Solvenzkrisen erfordern in der Regel, dass der Staat seine Bilanz nutzt, um die Verluste aufzufangen und Teile des Finanzsystems zu rekapitalisieren.
  • Die aktuelle LDI-Krise (Liability-Driven Investing = eine Anlagestrategie von bitischen Pensionsfonds) im Vereinigten Königreich ist in erster Linie eine Liquiditätskrise – tatsächlich sollten höhere Anleiherenditen die Solvenz der britischen Pensionsfonds verbessern. Stattdessen lauert die eigentliche Gefahr in Solvenzkrisen (oder dem Risiko, dass Liquiditätskrisen in Solvenzkrisen umschlagen).
  • Eine neue Risikoquelle ist der Schattenbankensektor, der per Definition schattenhaft und schwer zu überwachen ist. Der IWF hat bereits früher auf Risiken in Sektoren wie Private Equity, Gewerbeimmobilien und einige offene Investmentfonds hingewiesen. Die größten Risiken bestehen in Bereichen, in denen die Vermögenswerte illiquide und schwer zu bewerten sind.
  • Eine zweite Risikoquelle liegt in den derzeitigen ungewöhnlichen Umständen. Bevor der jüngste Straffungszyklus begann, lagen die Leitzinsen in den USA bei 0,00-0,25 %, im Vereinigten Königreich bei 0,1 % und in der Eurozone bei -0,5 %. Diese Periode extrem niedriger Zinssätze mag anfangs durch die Notwendigkeit gerechtfertigt gewesen sein, die Volkswirtschaften auf dem Höhepunkt der Pandemie zu stützen, aber eine Folge davon war, dass die Preise für Vermögenswerte überall in die Höhe getrieben wurden. Jetzt, da die Zinssätze von einem sehr niedrigen Niveau aus stark ansteigen, besteht das Risiko, dass die Preise für Vermögenswerte gleichzeitig stark fallen.
  • Es gibt nur wenige Parallelen in der Geschichte, die uns (und den Regulierungsbehörden) Aufschluss darüber geben können, was als nächstes kommen könnte. Die größten Risiken bestehen jedoch in den Ländern, in denen die Zinssätze am schnellsten steigen, wobei das Vereinigte Königreich hervorsticht. (Siehe Schaubild 2.) Der Wechselwirkung zwischen Finanzpolitik und Finanzstabilität wurde bisher nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet, ist aber hier von entscheidender Bedeutung – in einem Umfeld hoher Inflation und steigender Zinssätze haben die Regierungen viel weniger Spielraum für finanzpolitische Maßnahmen.
  • Ein besonderes Augenmerk sollten wir auch auf Länder richten, in denen die Immobilienpreise stark gestiegen sind, insbesondere das Vereinigte Königreich, Kanada, Australien und Neuseeland (Siehe Schaubild 3.). Und während große Kreditgeber in der Regel einer strengen Prüfung durch die Aufsichtsbehörden unterzogen werden, können kleinere Kreditgeber (und sogar Schattenbanken) manchmal unter dem Radar durchschlüpfen.
  • Eine dritte Risikoquelle liegt in der Entwicklung auf den Währungsmärkten. Insbesondere die Stärke des Dollars könnte Unternehmen Probleme bereiten, die Kredite in Dollar aufgenommen haben und nicht über einen entsprechenden Strom von Dollar-Einnahmen oder Absicherungsmaßnahmen verfügen. Dies wiederum könnte zu Verlusten für Finanzinstitute führen, die diesen Unternehmen Kredite gewährt haben.
  • Der entscheidende Faktor ist das Ausmaß, in dem die Probleme das Finanzsystem im weiteren Sinne anstecken und die Kreditvergabe beeinträchtigen, was wiederum von der allgemeinen Robustheit der Bilanzen von Banken, Haushalten und Nicht-Finanzinstituten abhängt. Während sich die Gewitterwolken über der Weltwirtschaft und dem Finanzsystem zusammenziehen, sollte man nicht vergessen, dass der Verschuldungsgrad des Finanzsektors und der privaten Haushalte in den wichtigsten fortgeschrittenen Volkswirtschaften heute viel niedriger ist als 2007 (Siehe Abbildung 4.).

 

 

 

Die aktuelle Entwicklung unserer Fonds

 

Die 3ik-Strategiefonds im Vergleich seit 01.04.2020

 

Kurzüberblick über die wichtigsten Märkte:

Vorwoche
VeränderungenKurse 21.10. – 17:50h
DAX:12.430+2,53%12.744
Euro Stoxx 50:3.380+2,99%3.481
S&P 500:3.616+2,43%3.704
Nikkei 225:27.091-0,74%26.890 (Schluss heute)
Shanghai Composite:3.072-1,07%3.039 (Schluss heute)
 Veränderung zum Freitag der Vorwoche

Rendite 10 jährige Bundesanleihen:

+2,416%

Volatilitätsindex (CBOE Volatility Index)

Die Volatilität (CBOE Volatility Index) schwankte diese Woche zwischen 29,82 und 32,99 Punkten.

Was wir für Sie getan haben…

3ik-Strategiefonds I: Aktienfonds 26,3%; Mischfonds 15,1%; Wandelanleihen 5,5%; Rentenfonds 26,4%; Renten Kurz 5,3%; Cash 21,4%

GUH Vermögen: Das Grundportfolio blieb unverändert. Long-Ausrichtung durch Future-Positionen verstärkt.

3ik-Strategiefonds III: Aktienfonds 74,3%, Mischfonds 0,0%; Wandelanleihen 0,0%; Rentenfonds 3,9%; Renten Kurz 0%; Cash 21,8%

 

3ik-Strategiefonds I – geringe Schwankungen – Ausschüttung per 16.11. 2021 = 2,15 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds I: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2022 YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 20.10.2022
-14,25%
-12,65%+ 6,46%-15,76%91,02 Euro

 

GUH Vermögen – mäßige Schwankungen – Ausschüttung per 16.11.2021 = 2,70 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des GUH Vermögen: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2022 YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 20.10.2022
-8,83%-11,82%13,19%-18,87%118,50 Euro

 

3ik-Strategiefonds III – langfristig hoher Wertzuwachs – Ausschüttung per 16.11.2021 = 4,20 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds III: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2022YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 20.10.2022
-19,73%-15,81%+11,41%-22,00 %113,88 Euro

Details liefern Ihnen die tagesaktuellen FactSheets. Links siehe am Fuß dieses 3ik-Wochenberichtes.

Ausblick

Der Schlüssel für die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten sind die Zinsen. Kommt es hier zu einem Ende des Anstieges und zu einer – zumindest temporären – Gegengbewegung, dann würde dies die Aktien-, Devisen- und Edelmetallmärkte beflügeln.

Steuergünstig: die 3ik – Versicherungen

Die folgenden Angaben sind für die Anleger, die die 3ik-Strategiefonds im Rechtsrahmen einer lebenslang steuerbegünstigten „Private-Insuring“ – Police nutzen. Dies sind:

WFLifeCycleVersicherung bei der Ergo Life S.A.

Diese Police ist seit dem 1.7.2009 verfügbar. Das dreigeteilte Investmentkonzept wird dort im Rahmen von drei internen Fonds umgesetzt. Die Anteilswerte für die internen Fonds des Versicherungsvermögen, deren Wertermittlung am 1.7.2009 mit dem Wert 100,00 begann, sind wie folgt:

VersicherungAnteilswerte (Stichtag 20.10.2022)
WFLifeCycle I:97,02 €
WFLifeCycle II:144,57 €
WFLifeCycle III:149,87 €

VIP ValorLife Versicherungen (jetzt: Youplus)

Für die Kunden, die eine Police bei der ValorLife Versicherung besitzen, gilt ebenfalls: Die internen Fonds, die für die VIP ValorLife 99 D Policen geführt werden, sind seit Anfang 2012 genauso zusammengesetzt wie die oben beschriebenen 3ik-Strategiefonds. Die Wertentwicklung dieser Policen folgt damit der Wertentwicklung der 3ik-Strategiefonds.

Autor des 3ik-Wochenberichtes:

Hans-Heimburger-CIO-3ik-strategiefondsHans Heimburger CIO

Gies & Heimburger – Die Vermögensverwalter
Tel.: 07633 – 91 14 13
h.heimburger@guh-vermoegen.de
www.3ik-strategiefonds.de

Links zu den tagesaktuellen FactSheets:

3ik-strategiefonds-1-wkn-a1h44g-isin-de000a1h44g83ik-Strategiefonds-II-wkn-a1h44j-isin-de000a1h44j23ik-Strategiefonds-III-wkn-a1h44l-isin-de000a1h44l8
3ik-Strategiefonds I
geringe Schwankungen
GUH Vermögen
mäßige Schwankungen
3ik-Strategiefonds III
langfristig hoher Wertzuwachs
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