3ik-Wochenbericht vom 30.07.2021

Von Hans Heimburger

Weltbild – Update per Juli 2021

Mit dem „Weltbild“ von Gies & Heimburger liefern wir Ihnen seit Januar 2013 zu jedem
Quartalsbeginn ein komprimiertes Update über unser „Bild von dieser Welt“ und die
Schlussfolgerungen, die wir daraus ziehen.

Amerika: ist der Scheitelpunkt der wirtschaftlichen Erholung bereits überschritten?

Die Wirtschaftsentwicklung in Amerika bleibt sehr robust. Allerdings reichen die aktuellen
Einkaufsmanagerumfragen aus dem Juli 2021 nicht mehr ganz an die überschäumenden Ergebnisse
aus Mai und Juni heran. Capital Economics schätzt für das laufende Jahr in Amerika ein Wachstum
des BIPs (y/y) in Höhe von 6 Prozent.
Eine Belastung für die zukünftige konjunkturelle Entwicklung könnte die nachlassende
Impfbereitschaft in Amerika werden. Aktuell sehen wir rund 550.000 tägliche Impfungen, verglichen
mit knapp über 4 Millionen Impfungen im April. Die Impfquoten im amerikanischen „Bible-Belt“
(Südstaaten) sind deutlich niedriger als in anderen US-Bundesstaaten, die 7-Tage-Inzidenzen
entsprechend höher. Die hohe US-Mobilität in Verbindung mit einer niedrigen Impfquote macht die USA zu einem potenziellen Herbst-/Winter 21/22-Corona-Hotspot.

Die amerikanische Notenbank Fed hält bisher unbeirrt an ihrer ultralockeren Geldpolitik, mit
Nullzinsen am kurzen Laufzeitende, fest. Der deutliche Renditeanstieg am amerikanischen
Rentenmarkt im ersten Quartal – die Rendite lag in der Spitze bei knapp 1,8% – hat sich beruhigt.
Aktuell rentieren 10-jährige amerikanische Staatsanleihen mit rund 1,3%. Allerdings bleibt die
Inflationsrate auf mehrjährigen Höchstständen. Die entscheidende Frage ist nach wie vor, ob der
Inflationsanstieg ein temporäres Ereignis für wenige Monate darstellt – dies entspricht weiterhin der
Einschätzung der Fed – oder ob sich der Preisauftrieb als hartnäckiger und länger anhaltend erweist.
Wenn sich das letztere bewahrheitet, dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Renditeanstieg
am Rentenmarkt wieder Fahrt aufnehmen und sich für den, im historischen Vergleich, teuer
bewerteten amerikanischen Aktienmarkt als Gegenwind darstellen.

Eurozone: kräftige wirtschaftliche Erholung

Die Eurozone zeigt aktuell eine große wirtschaftliche Stärke. Die Einkaufsmanagerumfragen im Juli
präsentieren sich auf einem Mehrjahreshoch. Sowohl das produzierende Gewerbe als auch der
Dienstleistungssektor, der jüngst besonders von den breiten Wiedereröffnungen der
Präsenzökonomie profitiert, signalisieren eine geradezu boomende Wirtschaft. Capital Economics
schätzt für das laufende Jahr ein Wachstum des BIPs (y/y) in Höhe von 4,2 Prozent.
Sorge bereitet die starke Ausbreitung der virulenten Deltavariante des Covid-19 Virus. Wird uns der
Herbst eine nächste heftige Infektions-Welle bescheren, die dann erneute Einschnitte in unsere
Mobilität und das Wirtschaftsleben erfordert? Sind die Impfquoten dann hoch genug, um zumindest
die Belegung der Intensivstationen und die Todesfälle niedrig zu halten? Die Antworten werden wir
in der Tat erst im Hebst erhalten.

Die Europäische Zentralbank hat am 22. Juli auf ihrer Ratssitzung einen neuen Zinsausblick
beschlossen. Dieser signalisiert den Finanzmärkten nun im Kern für die nächsten Jahre unveränderte
oder sogar noch tiefere Leitzinsen. Ob das Anleihekaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency
Purchase Programme) über den März 2022 hinaus verlängert wird, hängt nicht zuletzt vom weiteren
Verlauf der Pandemie ab. Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten eine sehr erfreuliche
Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf. Sie sind im Durchschnitt auch etwas moderater bewertet
als ihre Pendants in Amerika. Gleichwohl dürfen in den kommenden Monaten keine
Ergebnisenttäuschungen bei den Unternehmen (Stichwort Lieferengpässe zum Beispiel bei Chips)
auftreten, sonst ist eine Kurskorrektur unvermeidlich.

Japan: keine Dynamik in der konjunkturellen Entwicklung – Olympische Spiele ohne Zuschauer an den Wettkampf-stätten – es kann nur besser werden

Die aktuellen Wirtschaftsdaten aus Japan zeigen, dass die Erholung sehr schleppend verläuft und bei
weitem nicht mit der momentanen Erholungsdynamik in Amerika oder Europa mithalten kann. Die
Impfdynamik lässt eindeutig zu wünschen übrig, so dass weitere pandemiebedingte Einschränkungen
der wirtschaftlichen Aktivitäten wahrscheinlich sind. Capital Economics hat die Wachstumsprognose
für das Gesamtjahr 2021 auf 2,8% nach unten angepasst. Fast sinnbildlich für diese lethargische
Entwicklung sind die leeren Stadien und Sporthallen bei den Olympischen Spielen. Die Bank of Japan
muss zwangsläufig an ihrer sehr lockeren Geldpolitik festhalten, dies ist alternativlos.

Es kann eigentlich nur besser werden. Und dies erwarten wir auch im weiteren Jahresverlauf. Der
Nikkei 225 hatte im Februar 2021 erstmals seit Sommer 1990! die 30.000-Punkte-Marke temporär
überschritten. Den sehr steilen Anstieg seit November 2020 von rund 30% konsolidiert der Index
mittlerweile in einer ausgeprägten Seitwärtsentwicklung aus. Nach wie vor erwarten wir Richtung
Jahresende 2021 Notierungen über den besagten 30.000 Zählern beim Nikkei Index.

Emerging Markets: China mit Wachstumsabschwächung – Corona belastet die Schwellenländer weiterhin

Capital Economics erwartet in den nächsten 6-12 Monaten eine Verlangsamung des
Wirtschaftswachstums in China. Dies ist allerdings als eine Rückkehr zur Normalität, nach einer
Periode überdurchschnittlicher Produktion, zu sehen. Vier Punkte dazu:

1. Die Wachstumsabschwächung ist eine Rückkehr zur Normalität nach dem überschäumenden
Wachstum durch die unterstützenden Pandemiemaßnahmen und dem extrem starken Export.

2. Die Bedeutung von China für das globale Wachstum ist gegeben, wird aber auch oft überschätzt.

3. Befürchtungen, dass eine boomende chinesische Wirtschaft die globale Tendenz zu einer
höheren Inflation anheizt, werden mit einer Abschwächung in China ad acta gelegt.

4. Eine Abschwächung in China bedeutet keinen Einbruch der Wirtschaft. Aber die Sorgen von vor
der Pandemie über die Verschuldung und das schwächere Trendwachstum sind nicht verschwunden. Das harte Durchgreifen des Staates gegen Chinas innovative Tech-Giganten signalisiert, dass die Produktivität in diesem Jahrzehnt weiter abnehmen wird, während der demografische Gegenwind zunimmt. CE schätzt, dass sich Chinas nachhaltige Wachstumsrate von rund 10% vor einem Jahrzehnt auf nur noch 4-5% verlangsamt hat. Die Auswirkung auf die entwickelten Länder wird geringer sein als auf andere Schwellenländer.

Einen starken Kursaderlass sehen wir seit Mitte Februar in den chinesischen Wachstumswerten. Die
Staatsführung setzt mit großer Vehemenz gegenüber den etablierten Techgiganten des Landes
umfangreiche Regulierungen durch. Ziel ist es, wieder mehr Wettbewerb zu ermöglichen, der von
den Marktführern sehr oft (zum Beispiel durch eine Vielzahl von Übernahmen) im Keim erstickt
wurde. Diese Situation wird sich wieder normalisieren und somit eröffnen sich aktuell exzellente
Einstiegschancen für Langfristinvestitionen.

Brasilien und die gesamte Region Lateinamerika konnte gegen Ende des Quartals einen Anstieg der
wirtschaftlichen Aktivitäten verzeichnen. Dies ging einher mit einer Stabilisierung der C-19
Neuinfektionen. Die Anstrengungen bei den Impfungen müssen allerdings deutlich verstärkt werden,
um eine nachhaltige Belebung des Wirtschaftswachstums zu gewährleisten. Wir erwarten für die
beiden größten Volkswirtschaften in Lateinamerika, Brasilien und Mexiko, ein Wirtschaftswachstum
im Gesamtjahr in Höhe von 4,5 bzw. 6,5%. Der Brasilianische Real konnte sich im Verlauf des zweiten
Quartals stabilisieren und er wertete gegen den Euro rund 15% auf. Dieser Trend könnte sich nach
unserem Dafürhalten noch etwas fortsetzen.

Das Wirtschaftsministerium in Moskau und die Weltbank erwarten für Russland einen BIP-Anstieg
um 2,9% für 2021. Damit wäre das Wachstum halb so hoch, wie vom Internationalen Währungsfonds
mit plus 6% für die globale Wirtschaft prognostiziert. Damit zahlt Russland einerseits einen hohen
wirtschaftlichen Preis für die geringe Impfbereitschaft im Lande. Andererseits sehen wir aktuell eine
neue C-19-Welle mit über 20.000 täglichen Neuinfektionen und mehr als 700 Todesfälle pro Tag. Auf
der Habenseite kann für Russland der kräftig erholte Ölpreis verbucht werden. So lange der Preis
jenseits von 70 Dollar je Barrel bleibt ist dies eine wichtige Stütze für die russische Volkswirtschaft.

Indien wurde im Verlauf des zweiten Quartals von einer verheerenden weiteren C-19 Infektionswelle
heimgesucht. Die virulente Delta-Variante hatte im Land ihren Ursprung. Offensichtliche Schwächen
im Gesundheitssystem (zum Beispiel eklatanter Mangel an medizinischem Sauerstoff zur Beatmung)
wurden schonungslos offengelegt. Ein landesweit einheitlicher und harter Lockdown wie noch im
Frühjahr 2020 blieb jedoch aus. Stattdessen wurde und wird es den einzelnen Bundesstaaten
überlassen, auf die Krise zu reagieren. Somit hält sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen. Capital
Economics schätzt für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 11%. Um langfristigen
Schaden für die indische Ökonomie zu vermeiden, muss das Land die Impfanstrengungen massiv
erhöhen.

Rohstoffe / Rohstoffaktien

Kupfer – nach kurzer Konsolidierung wieder im Steigflug

Kupfer gilt unter den Industriemetallen als das Konjunkturbarometer schlechthin. Nach
Rekordständen Anfang Mai, die stark von einer sehr hohen Nachfrage aus China getrieben waren,
konsolidierte der Preis bis Mitte Juni, um seither wieder anzusteigen. Sollte sich dieser Preisanstieg
fortsetzen, könnte die Erwartung der Fed bezüglich eines nur temporären Inflationsanstiegs
ernsthafte Kratzer erhalten.

Edelmetalle – Die Angst vor anhaltender Inflation bleibt (zunächst) gedämpft

Die Edelmetallpreise entwickelten sich in den vergangenen Monaten, wie von uns prognostiziert, in
einer volatilen Seitwärtsrange. Die aktuell langjährigen Inflations-Höchststände, vor allem in
Amerika, beunruhigen die Investoren bisher nicht über Gebühr. Die amerikanische Notenbank Fed
versteht es ausgezeichnet, ihre Sicht eines nur temporären Inflationsanstiegs zu moderieren.

Sollte die Inflation länger andauern und sich als hartnäckiger erweisen – dies ist unsere Erwartung
vor allem für die USA – dann werden die Edelmetallpreise anziehen und mit Ihnen auch die
Börsenkurse der entsprechenden Minengesellschaften, die fundamental sehr günstig bewertet sind
und deutliche Kursteigerungspotentiale besitzen.

 

Unsere Fonds bleiben auf Kurs

 

Die 3ik-Strategiefonds im Vergleich seit 01.04.2020

 

Kurzüberblick über die wichtigsten Märkte:

Vorwoche
VeränderungenKurse 30.07. – 16:35h
DAX:15.654-0,49%15.578
Euro Stoxx 50:4.106-0,15%4.100
S&P 500:4.388+0,25%4.399
Nikkei 225:27.548-0,96%27.283 (Schluss heute)
Shanghai Composite:3.550-4,31%3.397 (Schluss heute)
 Veränderung zum Freitag der Vorwoche

Rendite 10 jährige Bundesanleihen:

-0,454% p.a.

Volatilitätsindex (CBOE Volatility Index)

Die Volatilität (CBOE Volatility Index) schwankte diese Woche zwischen 17,22 und 20,34 Punkten.

Was wir für Sie getan haben…

3ik-Strategiefonds I:  Aktienfonds: 38,85%, Mischfonds: 8,64%, Wandelanleihenfonds: 8,31%, Renten: 32,15%, Liquidität: 12,05%

3ik-Strategiefonds II: vorsichtige Aufstockung des Asienexposures, flexible Handhabung der Absicherung

3ik-Strategiefonds III:  Aktienfonds: 71,14%, Mischfonds: 1,00%, Renten: 23,30%, Liquidität: 4,56%

3ik-Strategiefonds I – geringe Schwankungen – Ausschüttung per 16.11. 2020 = 0,70 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds I: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2021 YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 29.07.2021
+5,99%
+13,46%+ 5,23%-3,57%106,49 Euro

 

3ik-Strategiefonds II – mäßige Schwankungen – Ausschüttung per 16.11.2020 = 0,80 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds II: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2021 YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 29.07.2021
+1,21%+11,70%+9,65%-7,86 %131,80 Euro

 

3ik-Strategiefonds III – langfristig hoher Wertzuwachs – Ausschüttung per 16.11.2020 = 0,80 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds III: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2019 YtDWertentwicklung 1 JahrVolatilität 1 JahrMax. Drawdown 1 JahrAnteilswert per 29.07.2021
+9,01%+21,34%+10,45% -5,88 %139,44 Euro

Die 3ik-Strategiefonds seit 01.01.2019

Details liefern Ihnen die tagesaktuellen FactSheets. Links siehe am Fuß dieses 3ik-Wochenberichtes.

Ausblick

Die sehr guten Quartals-Ergebnisse der großen US-Technologiewerte, vermochten keine neuen Kursimpulse auszuüben. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Märkte im August in den Korrekturmodus schalten werden.

Steuergünstig: die 3ik – Versicherungen

Die folgenden Angaben sind für die Anleger, die die 3ik-Strategiefonds im Rechtsrahmen einer lebenslang steuerbegünstigten „Private-Insuring“ – Police nutzen. Dies sind:

WFLifeCycleVersicherung bei der Ergo Life S.A.

Diese Police ist seit dem 1.7.2009 verfügbar. Das dreigeteilte Investmentkonzept wird dort im Rahmen von drei internen Fonds umgesetzt. Die Anteilswerte für die internen Fonds des Versicherungsvermögen, deren Wertermittlung am 1.7.2009 mit dem Wert 100,00 begann, sind wie folgt:

VersicherungAnteilswerte (Stichtag 29.07.2021)
WFLifeCycle I:111,14 €
WFLifeCycle II:156,80 €
WFLifeCycle III:175,28 €

VIP ValorLife Versicherungen (jetzt: Youplus)

Für die Kunden, die eine Police bei der ValorLife Versicherung besitzen, gilt ebenfalls: Die internen Fonds, die für die VIP ValorLife 99 D Policen geführt werden, sind seit Anfang 2012 genauso zusammengesetzt wie die oben beschriebenen 3ik-Strategiefonds. Die Wertentwicklung dieser Policen folgt damit der Wertentwicklung der 3ik-Strategiefonds.

Autor des 3ik-Wochenberichtes:

Hans-Heimburger-CIO-3ik-strategiefondsHans Heimburger CIO

Gies & Heimburger – Die Vermögensverwalter
Tel.: 07633 – 91 14 13
h.heimburger@guh-vermoegen.de
www.3ik-strategiefonds.de

Links zu den tagesaktuellen FactSheets:

3ik-strategiefonds-1-wkn-a1h44g-isin-de000a1h44g83ik-Strategiefonds-II-wkn-a1h44j-isin-de000a1h44j23ik-Strategiefonds-III-wkn-a1h44l-isin-de000a1h44l8
3ik-Strategiefonds I
geringe Schwankungen
3ik-Strategiefonds II
mäßige Schwankungen
3ik-Strategiefonds III
langfristig hoher Wertzuwachs
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