Die Woche der Notenbankentscheidungen

Von Hans Heimburger

Den gestrigen Mittwoch kann man getrost als den Tag der Notenbankentscheidungen titulieren. Am frühen Morgen unserer Zeit verkündete die Bank of Japan ihre geldpolitischen Beschlüsse. Am Abend folgte sodann die amerikanische Notenbank Fed. Beide Institutionen lieferten im Rahmen der Erwartungen. Aber nun der Reihe nach.

Die Bank of Japan bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik

Mit viel Spannung wurde das Meeting der japanischen Notenbank erwartet. Im Vorfeld hatten die japanischen Währungshüter angekündigt, ihre Geldpolitik einer grundsätzlich Überprüfung zu unterziehen. Revolutionäre Dinge ergaben sich hierbei nicht. Allerdings bleibt der ultralockere Kurs der Geldpolitik erhalten. Die Notenbank will ihre Flexibilität in Bezug auf den Kauf von Staatsanleihen und ETFs erhöhen. Es werden weiterhin jährlich Staatsanleihen und Aktien ETFs im Gegenwert von 80 Billionen Yen (rund 700 Milliarden Euro) erworben.  Dabei will die BoJ aber nicht mehr starr an dieser Marke festhalten, sondern kurzfristig auch flexibel sein. Der im Januar von der Bank eingeführte Negativzins von 0,1 Prozent wird beibehalten.

Interessant ist die zusätzliche Aussage auch den Zinssatz am langen Ende der Zinskurve beherrschen zu wollen und nahe Null festzuschreiben. Somit will die BoJ jetzt das gesamte Zinsspektrum quasi diktieren.

Zinsstruktur Japan 2016-09

 

Die US-Notenbank belässt den Leitzins noch unverändert

Erwartungsgemäß ließ die Fed gestern Abend das Zielband für die Federal Funds unverändert bei 0,25 – 0,50%. Allerdings betonte Janet Yellen auf der Pressekonferenz, dass die Argumente für eine Zinserhöhung zugenommen haben. Die Arbeitsmarktdaten sind weiterhin robust und Abwärtsrisiken nahmen für die US-Konjunktur definitiv ab. Das Abstimmungsergebnis fiel mit 7:3 Stimmen nicht einstimmig aus. Die drei FOMC-Mitglieder, die bereits gestern gerne einen Zinsschritt gesehen hätten, sind der Auffassung dass die Fed in den kommenden Monaten aufpassen muss, um nicht zum getriebenen der Märkte zu werden.

Ganz eindeutig spielte auch der bevorstehende Präsidentschaftswahltermin eine Rolle. Frau Yellen wollte nicht Gefahr laufen, die aktuell stabilen Kapitalmärkte mit einer früher als erwarteten Zinsentscheidung zu verunsichern. Gleichwohl nutzte sie die Gelegenheit, verbal das Feld für eine Leitzinserhöhung im Dezember  – und somit erst nach den US-Wahlen – zu bestellen.

Die Märkte honorieren bis zur Stunde die klaren Vorgaben, die von den Währungshütern aus Tokio und Washington kamen mit spürbaren Kurssteigerungen.