Gold vor neuem Nachfrageschub

Von Walter Feil

Gold wird allgemein als ein wertstabiles Investment angesehen. Ein Blick auf die Entwicklung des Goldpreises (hier dargestellt anhand des Gold Future Index) zeigt allerdings, dass auch der Preis von Gold erheblichen Schwankungen unterliegt.

Seit Beginn der Datenreihe im April 2007 bis Sommer 2011 stieg der Goldpreis um über 170 Prozent. Seitdem ging es wieder rückwärts. Gold verlor die letzten Jahre, ausgehend vom Hochpunkt in 2011, fast 50 Prozent seines Marktwertes. (Angaben aus Sicht eines Euro-Anlegers)

Gold Future Index von 2007 bis 2015

Gold Future Index von 2007 bis 2015

Die Preisentwicklung kann sich alsbald wieder umkehren

Der Goldpreis (in Euro betrachtet) liegt heute wieder auf dem Niveau, den er bereits Anfang 2008 und dann wieder Ende 2009 hatte. Nach dem starken Rückgang seit 2011 festigt sich die Erwartung, dass alsbald wieder eine Preiserhöhung eintreten wird.

China und Indien als große Nachfrager

BlackRock gibt in seinem „Weekly Gold Report“ vom 15. Juni eine Reihe von Gründen an, die für eine erhöhte Nachfrage nach Gold und damit eine Preissteigerung sprechen.

  • China setzt den Aufbau seiner Goldreserven fort.
  • Indien hat die Importbeschränkungen für Gold wieder gelockert.
  • Der Bedarf der Juweliere in China steigt rasant. Unter anderem haben chinesische Juweliere begonnen, die Verarbeitung von 18-karätigem Gold auszuweiten. Damit treffen sie den Markt der aufstrebenden jungen Schicht, der hohe Umsätze und damit einen entsprechend erhöhten Goldbedarf erwarten lässt.
  • Die ältere Schicht erhöht ihre Investitionen in Goldsparpläne (GAP = Gold Accumulation Plans), über die sie mit regelmäßigen Sparleistungen eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Eltern nutzen diese GAPs, um mit einem Teil ihres monatlichen Gehaltes für die Ausbildung der Kinder und für die Mitgift zur Heirat vorzusorgen. Für diese Sparer spielt der Preis nicht die entscheidende Rolle. Sie möchten vielmehr ihre Vermögensanlagen zusätzlich zu Immobilien und Aktien diversifizieren, und dies in einem Anlagemedium, das bei Bedarf kurzfristig wieder zu Geld gemacht werden kann.
  • In Indien denkt der Finanzminister Arun Jaitley vernehmbar darüber nach, deine Goldmünze (Ashok Chakra Gold Coin) einzuführen, und dies gleich in vier Größen für kleinere und größere Budgets der Anleger. Die Münzen sollen bereits zur Diwali Bonus Festival verfügbar sein. Dieses jährlich im November stattfindende Festival ist stets ein Anlass, dass Unternehmen ihre Arbeitnehmer mit einem Bonus belohnen. Die Goldmünzen werden als ein ideales Geschenk für loyale Arbeitnehmer angesehen, insbesondere, da in Indien jede Familie traditionell danach strebt, einen Teil ihres Vermögens in Gold zu halten

Neben den Goldmünzen will Indien zusätzlich einen „Gold Sovereign Bond“ einführen. Mit diesem Papier können die Sparer Eigentum an Gold erwerben, das sie jederzeit wieder zum Marktpreis veräußern können. Dies entspricht weitgehend den bei uns bekannten ETFs, die den Goldpreis abbilden und jederzeit ge- und verkauft werden können.

Mit diesen Maßnahmen trifft Indien auf die Nachfrage von 140 Millionen Bürgern, die in den letzten sieben Jahren so gutes Einkommen aufgebaut haben, dass sie heute als Sparer nach Anlagemöglichkeiten suchen. Alleine dieses Potential steht bereits (bei nur einem Gramm Gold pro Sparer) für eine Nachfrage von 140 Tonnen Gold jährlich.

Förderung stagniert – Nachfrage wird steigen

Der starke Rückgang des Goldpreises von 2011 bis 2015 (siehe Grafik oben) hat dazu geführt, dass die Erschließung neuer Goldvorkommen und der Ausbau von vorhandenen Goldminen stark zurückgefahren wurde. Die zu erwartende Nachfrage trifft damit auf eine stagnierende Fördermenge.

Stimmung der Anleger auf einem Tiefpunkt

Die führenden Wirtschaftszeitungen weisen zu Recht darauf hin, dass die Nachfrage nach Gold in den letzten Quartalen weiter gefallen ist. Dies korrespondiert auch mit dem Preisrückgang: Sinkende Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot führt zu sinkenden Preisen.

Mittlerweile ist die Stimmung so schlecht, dass – wie das Handelsblatt berichtet – selbst die Münzsammler nicht mehr kaufen. Die Meldung wurde dieser Tage in allen großen Wirtschaftszeitungen verbreitet.

Kommentar:
Wir erwarten in den nächsten Monaten eine Erhöhung der Nachfrage nach Gold. Die extrem schlechte Stimmung unter den Gold-Anlegern interpretieren wir eher als zusätzlichen (nicht den einzigen, aber einen weiteren) Hinweis, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, mit dem Aufbau eines Goldinvestments in den 3ik-Strategiefonds zu beginnen. Mag sein, dass der Preis noch ein wenig absackt. Wir würden dies nutzen, um die Anfangspositionen zu erhöhen.

Unsere Einschätzung wird bestärkt durch die Prognosen von Capital Economics, die in ihrem jüngsten Wochenausblick für Rohstoffe und Edelmetall ausdrücklich darauf hinweisen, dass die die geringe Goldnachfrage in den letzten Monaten auch eine Folge des stagnierenden Preises war. Ist der Goldpreis niedrig, wollen Anleger nicht investieren und der Preis kann noch weiter fallen. Die Nachfrage wird jedoch wieder anziehen, was den Goldpreis wieder nach oben treiben wird. Zinserhöhungen der Fed können allerdings Volatilität verursachen.  

CE fasst dies zusammen mit: „The fewer Investors that hold Gold now, the more that may want (or have) to buy it later!“ (Je weniger Anleger jetzt Gold halten, desto mehr wollen (oder müssen) später kaufen!)

Die CE-Prognose für Jahresende 2015 liegt bei 1.400 USD pro Unze.