Kursgewinne in China sichergestellt

Von Walter Feil

Gestern beleuchteten wir die Hintergründe der außergewöhnlich starken Kursgewinne an den chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen. Die 3ik-Strategiefonds II und III waren seit geraumer Zeit an der Börse in Shanghai investiert, allerdings nicht im breiten Markt, sondern über einen ETF, der nur die 300 größten Werte abbildet.

Heute wuchsen unsere Bedenken, dass der in der letzten Börsensitzung (aus unserer Sicht heute Nacht) eingetretene Rückgang der Beginn einer größeren Korrektur sein könnte. Sowohl der Kurs als auch der MACD (ein Indikator, der technische Kauf- und Verkaufssignale liefert) deuteten darauf hin, dass sich der bisher positive Trend umkehren könnte.

  • Der Kurs vollendete eine Top-Bildung, worauf häufig ein stärkerer Kursrückgang folgt.
  • Der MACD bildete ein technisches Verkaufssignal, das in der Regel von vielen Marktteilnehmern beachtet wird und damit flächendeckend Verkäufe auslöst.
Signale für eine Topbildung beim CSI300 in China

Signale für eine Topbildung beim CSI300 in China

Schnelle Umsetzung des Verkaufs begrenzt die Verluste

Wir hatten diese Position die letzten Wochen täglich auf unserer Beobachtungsliste. Wir wollten allerdings nicht schon „rein vorsorglich“ aus dieser Position aussteigen. So konnten wir den Kursgewinn der letzten Wochen noch einfangen. Die Verkaufsentscheidung heute nach dieser Vorbereitung war in wenigen Minuten getroffen.

Über einen ETF, der den CSI300 abbildet, kann dieser Index auch in Deutschland während der gesamten Handelszeit auf Xetra gehandelt werden. Es wäre allerdings gefährlich, den Verkaufsauftrag einfach auf Xetra zu stellen. Die zu transferierenden Summen sind zu groß, um diese den Zufälligkeiten einer automatisierten Kursbildung zu überlassen.

Außerbörsliche Abwicklung führt zu günstigeren Kursen

Professionelle Marktteilnehmer nutzen die Kursstellung auf Xetra nur als Indikation über die aktuelle Kursentwicklung. Für den eigentlichen Transfer erfolgt eine Anfrage an die Depotbank, die ihrerseits den Verkaufswunsch an mehrere Market Maker übermittelt. Diese stellen im Wettbewerb zueinander elektronisch die Kurse ein, zu denen sie das angebotene Geschäft abwickeln wollen. Diese Kurse müssen für zwei Minuten verbindlich gehalten werden. Der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag. Die Transaktion wird dann sofort durchgeführt.

In konkreten Beispiel heute erzielten wir über dieses Verfahren einen Verkaufskurs, der um 20 Basispunkte günstiger lag als der gleichzeitig angezeigte Kurs auf Xetra. Zwischen Anfrage an die Depotbank über die Ausschreibung bei den Market Makern bis zur Ausführung der Transaktion verging weniger als eine Minute.

Positive Phase genutzt – Kursrückgang kurzfristig gestoppt

Am Beispiel des CSI300 konnte mit dieser Methodik die positive Entwicklung dieses Marktes genutzt werden, ohne aus reiner Sorge über einen drohenden Kursrückgang frühzeitig aussteigen zu müssen. Der Verkauf des ETF kann so rasch erfolgen, dass ein tatsächlich sich abzeichnender Kursrückgang durch einen schnellen Verkauf kurzfristig gestoppt werden kann.