Nachhaltigkeit bei der Kapitalanlage – Socially Responsible Investment (SRI)

Von Walter Feil

 

Gesellschaftlich verantwortliche Kapitalanlage ist zu einem bedeutenden Thema in der Finanzbranche geworden. Eine steigende Zahl von institutionellen Anlegern ist dazu übergegangen, bei der Kapitalanlage ESG-Grundsätze für Teile der Allokation  oder auch komplett zu berücksichtigen. ESG steht für Environmental, Social und Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Die Bedeutung von nachhaltigen Anlagestrategien nimmt zu

Eine aktuelle, weltweite Umfrage der französischen Großbank BNP (Banque National de Paris) zur Bedeutung von nachhaltigen Anlagen – Titel der Studie: „Great Expectations for ESG“ belegt den stark steigenden Anteil nachhaltiger Anlagestrategien in der Asset Allocation internationaler Großanleger.

Rund 50% der befragten Asset Manager plant bis 2019 mindestens die Hälfte ihres Anlagevermögens in Investmentfonds, die ESG-Grundsätze integrierten, zu investieren. Das bedeutet, dass konventionelle Kapitalanleger wie Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen systematisch Umwelt-, Sozial-, und Governance-Aspekte bei der Wertpapieranalyse und bei Anlageentscheidungen beachten.

Weitere Anstrengungen werden unternommen

Trotzdem steckt der gesamte Themenkomplex noch in den Kinderschuhen. Nach Umfragen haben erst zehn Prozent der europäischen Großinvestoren Anlagerichtlinien fürr heikle Branchen wie Bergbau, Atomkraft oder Palmöl definiert.

Es hat sich eine hoffnungsvolle Initiative entwickelt. Die UN PRI „Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen“ ist eine Investoreninitiative in Partnerschaft mit zwei UN-Programmen, der sich zwischenzeitlich 1300 Unterzeichner angeschlossen haben, mit insgesamt 36 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen. Mit der Unterschrift verpflichten sich Kapitaleigner, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister künftig Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte  bei allen Aktivitäten zu beachten. D.h., sie müssen die ESG-Aspekte in ihren Analysen und im Portfoliomanagement integrieren und von Unternehmen in direktem Dialog den Schutz der Umwelt, die Einhaltung sozialer Standards und gute Unternehmensführung verlangen. Eine weitere positive Entwicklung ist der „Deutsche Nachhaltigkeitskodex“. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat 2011 diesen Kodex beschlossen, über 60 große börsennotierte Unternehmen und nicht notierte Mittelständler haben sich inzwischen dazu bekannt.

In der Fondsbranche etablierten sich Kern-SRI für nachhaltige Investments

  • Ethische Wert- oder normbasierte Ausschlusskriterien, z.B. Verstöße gegen Menschenrechte, Unternehmen mit Atomkraft-Aktivitäten oder Zigarettenproduktion.
  • Positivkriterien beziehen sich auf positive Beiträge von Unternehmen und Staaten zu Umweltschutz oder Lebensbedingungen armer Menschen
  • Best-in-Class-Ansatz:  hier werden Unternehmen einer Branche ausgewählt, die die vergleichsweise höchsten Ökologischen und sozialen Leistungen erbringen und am besten geführt werden.
  • Themenfonds:  diese investieren in Unternehmen aus den Bereichen Wassertechnik, Umwelttechnik, Erneuerbare Energien (wenn diese Unternehmen ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien erfüllen).

 

Wir sehen eine durchaus positive Entwicklung in der Finanzbranche zum Thema Nachhaltigkeit. Wichtige Fondsgesellschaften wie beispielsweise die Deutsche Asset Management oder die Gesellschaft Lupus Alpha definierten transparente und nachvollziehbare Nachhaltigkeitsgrundsätze und arbeiten im Tagesgeschäft danach. Nachfolgend ein Schaubild der DAM zur Relevanz und Berücksichtigung von ESG Faktoren.

Auf Basis von verschiedenen Risikoklassen bietet unsere Gesellschaft ein Vermögensverwaltungs-Konzept mit „Nachhaltigkeitsgrundsätzen“ für Stiftungen und Privatanleger an.

Bernd Heimburger
Stiftungsmanager und
Geschäftsführer der Gies & Heimburger GmbH