Die Rendite 10-jähriger US Staatsanleihen klettert über die 1-Prozent-Marke

Von Hans Heimburger

Amerika dominierte in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen der Nachrichten. Die Stichwahl in Georgia und die Erstürmung des Kapitols durch einen Mob von Trumpunterstützern waren mit großem Abstand die Megaevents. Da fliegen subtilere Entwicklungen, wie der Renditeanstieg am US-Rentenmarkt, nahezu unter dem Radar der Wahrnehmung.

Was sind die Gründe für den Renditeanstieg?

Für eine Antwort auf diese Frage müssen wir den Bogen etwas weiter spannen. Am Jahresbeginn 2020 rentierten die 10-jährigen US Treasuries bei rund 1,90%.

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie senkte die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins im März 2020 auf 0 -0,25% und weitete in den folgenden Monaten durch massive Wertpapierkäufe die Notenbankbilanzsumme auf rund 7,3 Billionen Dollar deutlich aus.

Anfang August 2020 erreichten die 10-jährigen US-Staatsanleihen mit 0,5% ihr bisheriges Renditetief. Seit dort sehen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Rendite , die im Verlauf dieser Woche über die 1-Prozent-Marke sprang und aktuell bei 1,08% notiert.

 

Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der jüngst deutlich gestiegenen Inflationserwartung. Die Hoffnung, dass umfassende Impferfolge dem Coronavirus alsbald den Garaus machen und somit das Wirtschaftsleben mormalisieren, dürfte preistreibend wirken. Der nachfolgende Chart illustriert die 5-Jahres Breakeven Inflationsrate (blau = Renditedifferenz 5-jährige US-Staatsanleihen minus 5-jährige inflationsgesicherte US-Staatsanleihen, TIPS) und die Entwicklung der US-Inflation (rot). Folgt die tatsächliche Inflationsrate der Erwartung wie in der Vergangenheit, dann dürfte die Teuerungsrate im Mai 2021 bei mindestens 2% liegen.

Fazit

Die aktuelle Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen von 1,08% ist im historischen Vergleich immer noch sehr tief. Allerdings ist die prozentuale Veränderung seit August 2020 (+100%) beachtlich. Sollte sich der Anstieg weiter, und vor allem schnell, fortsetzen (vielleicht bis rund 1,5%), dann wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit Gegenwind für die Aktienmärkte bedeuten.

 

Die Rendite 10-jähriger US Staatsanleihen klettert über die 1-Prozent-Marke

Von Hans Heimburger

Amerika dominierte in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen der Nachrichten. Die Stichwahl in Georgia und die Erstürmung des Kapitols durch einen Mob von Trumpunterstützern waren mit großem Abstand die Megaevents. Da fliegen subtilere Entwicklungen, wie der Renditeanstieg am US-Rentenmarkt, nahezu unter dem Radar der Wahrnehmung.

Was sind die Gründe für den Renditeanstieg?

Für eine Antwort auf diese Frage müssen wir den Bogen etwas weiter spannen. Am Jahresbeginn 2020 rentierten die 10-jährigen US Treasuries bei rund 1,90%.

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie senkte die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins im März 2020 auf 0 -0,25% und weitete in den folgenden Monaten durch massive Wertpapierkäufe die Notenbankbilanzsumme auf rund 7,3 Billionen Dollar deutlich aus.

Anfang August 2020 erreichten die 10-jährigen US-Staatsanleihen mit 0,5% ihr bisheriges Renditetief. Seit dort sehen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Rendite , die im Verlauf dieser Woche über die 1-Prozent-Marke sprang und aktuell bei 1,08% notiert.

 

Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der jüngst deutlich gestiegenen Inflationserwartung. Die Hoffnung, dass umfassende Impferfolge dem Coronavirus alsbald den Garaus machen und somit das Wirtschaftsleben mormalisieren, dürfte preistreibend wirken. Der nachfolgende Chart illustriert die 5-Jahres Breakeven Inflationsrate (blau = Renditedifferenz 5-jährige US-Staatsanleihen minus 5-jährige inflationsgesicherte US-Staatsanleihen, TIPS) und die Entwicklung der US-Inflation (rot). Folgt die tatsächliche Inflationsrate der Erwartung wie in der Vergangenheit, dann dürfte die Teuerungsrate im Mai 2021 bei mindestens 2% liegen.

Fazit

Die aktuelle Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen von 1,08% ist im historischen Vergleich immer noch sehr tief. Allerdings ist die prozentuale Veränderung seit August 2020 (+100%) beachtlich. Sollte sich der Anstieg weiter, und vor allem schnell, fortsetzen (vielleicht bis rund 1,5%), dann wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit Gegenwind für die Aktienmärkte bedeuten.