Zehn Grundsätze für ein ganzheitliches Anlagekonzept

Für die Zusammenstellung eines Anlagekonzeptes für die liquiden Vermögenswerte stehen Tausende von Fonds, ETFs und darüber hinaus auch einzelne Wertpapiere zur Verfügung. Die folgenden „Zehn Grundsätze …“ können eine Leitlinie sein, aus diesen Anlage-Modulen ein sinnvolles Gesamtkonzept zusammenzustellen.

Die zehn Grundsätze für ein ganzheitliches Anlagekonzept

Vieles, was wir als „Risiko“ empfinden, entpuppt sich bei näherer Betrachtung nur als Volatilität (= Abweichung der Wertentwicklung vom Mittelwert). Eine Vermögensanlage, die gemäß der professionellen Ausdrucksweise „volatil“ ist, (deren Wertentwicklung also eine hohe Schwankung um einen Mittelwert aufweist), kann unter bestimmten Voraussetzungen durchaus ein hohes persönliches Risiko bedeuten. Unter anderen Voraussetzungen kann die gleiche Vermögensanlage jedoch eine per Saldo risikoarme Wahl mit erheblichen Wertzuwachs-Chancen sein.

Exkurs: Volatilität und Risiko

Sehen Sie hierzu auch das Video mit Betrachtungen zum grundsätzlichen und persönlichem Risiko… Link

Die private Vermögensanlage ist die finanzielle Grundlage zur Verwirklichung der persönlichen Lebensziele. Dazu müssen die Lebensziele zunächst einmal definiert werden. Daraus ergibt sich: Wann sollen Zuflüsse in die und Rückflüsse aus den Vermögensanlagen erfolgen? Wie hoch werden die Entnahmen voraussichtlich sein? Wie lange sind diese vorausplanbar? Aus dem Zeitpunkt, der Höhe und dem zeitlichen Vorlauf für die gewünschten Rückflüsse ergibt sich der Freiraum, in welchem Umfang Wertschwankungen bei der Entwicklung der Vermögensanlagen mit klar definierten (Schwankungs-) Risiken in Kauf genommen werden können.
Bringen Sie eine klare Struktur in die Anlage Ihres liquiden Vermögens. Definieren Sie hierzu als erstes die Zeitspanne, die bis zur anderweitigen Verfügung über den jeweiligen Vermögensteil vergehen wird.

  • Für den Teil des Vermögens, über den Sie mit einer kurzen Vorlaufzeit zugunsten einer anderweitigen Verwendung entscheiden wollen, steht Kapitalerhalt und die Vermeidung von Wertschwankungen im Vordergrund. Mit solchen Vermögensanlagen kann allerdings kein überdurchschnittlicher Wertzuwachs erreicht werden. Deswegen erstellen Sie zunächst eine Bedarfsberechnung, um zu ermitteln, wie groß dieser schwankungsarme, jedoch renditeschwache Vermögensanteil sein muss.
  • Für den Teil des Vermögens, über den Sie mit einer mittleren Vorlaufzeit von bis zu fünf Jahren zugunsten einer anderweitigen Verwendung entscheiden wollen, sollte ein Assetmix gewählt werden, der die Chancen auf Wertzuwachs nutzt, soweit dies unter Inkaufnahme von nur mäßigen Wertschwankungen möglich erscheint.
  • Für den Teil des Vermögens, über den Sie mit einer langen Vorlaufzeit von bis zu zehn Jahren (oder auch mit sehr langer Vorlaufzeit als Vermögensreserve für Ihre Altersversorgung) anderweitig entscheiden werden, steht ein langfristig überdurchschnittlicher Wertzuwachs im Vordergrund. Für diesen Teil des Gesamtvermögens können Wertschwankungen mit Gelassenheit in Kauf genommen werden, was zu einer völlig anderen Anlagestruktur führt als für den ersten Teil.

Mit dieser grundsätzlichen Aufteilung der Vermögenswerte in drei Teil-Anlagesummen, die jeweils klar definierte Anlageziele verfolgen, öffnet sich die Möglichkeit, für jeden Teil der Vermögenswerte ein Portfolio zusammenzustellen, das bestmöglich auf das jeweils wichtigste Anlageziel abgestimmt ist. Damit erreichen Sie eine deutlich bessere Gesamtstruktur für Ihre Vermögenswerte als mit nur einer einzigen Strategie, die stets einen Kompromiss zwischen den sich widersprechenden Anlagezielen darstellen müsste.

Die persönlichen Anlageziele und die daraus resultierenden Prioritäten bei der Auswahl von Vermögensanlagen verändern sich von Fall zu Fall. Dementsprechend sollte auch das Verhältnis der drei unterschiedlichen Vermögensanlagen zueinander immer wieder geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Wenn noch eine lange Phase mit sicherem Einkommen bevorsteht, kann der Anteil an schwankungsarmen, jedoch renditeschwachen Vermögensanlagen kleiner sein. Mit Näherrücken des Ruhestandes wird dieser Anteil in der Regel erhöht und das bis dorthin Erreichte Schritt für Schritt sichergestellt. Weitere Anlässe, die eine erneute Prüfung der Anlageschwerpunkte erfordern, sind zum Beispiel Familiengründung, Vorsorge für einen drohenden Pflegefall in der Familie und die Vorbereitung auf einen (vorzeitigen?) Ruhestand.
„Bei guter Straße und guter Sicht kannst Du das Tempo erhöhen“.
Auf jede Baisse folgt irgendwann wieder eine Phase mit positiver Wertentwicklung. In solchen Phasen kann ein überdurchschnittlicher Vermögenszuwachs erzielt werden, wenn man die Chancen konsequent nutzt. Das Verharren in sehr vorsichtig allokierten Vermögensanlagen dagegen verhindert einen langfristig überdurchschnittlichen Wertzuwachs. (Hinweis: In den drei 3ik-Strategiefonds erfolgt diese Anpassung durch die Fondsverwaltung innerhalb der jeweiligen Strategie, ohne dass sich der Anleger darum kümmern muss.)
„Wenn Nebel aufzieht, musst Du das Tempo deutlich reduzieren“.
Nach einer guten Börsenphase folgt stets wieder ein Rückgang. Kümmern Sie sich darum, das Ende einer guten Phase möglichst frühzeitig erkennen zu können und sichern Sie das Erreichte ab: Reduzieren Sie die Aktienquote, setzen Sie Instrumente zur Absicherung gegen einen Wertrückgang ein, ziehen Sie sich auf eine vorsichtige Warteposition zurück. Was Sie heute nicht verlieren, müssen Sie morgen nicht wieder verdienen. (Hinweis: In den drei 3ik-Strategiefonds erfolgt diese Absicherung durch die Fondsverwaltung, ohne dass sich der Anleger darum kümmern muss.)
In unserer vernetzten Welt unterliegen alle Arten von Vermögensanlagen Einflüssen, die auch kurzfristig zu unvorhersehbaren Wertentwicklungen führen können. Katastrophen beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen, Zentralbanken steuern die Geldmenge und beeinflussen damit auch die Kurse von Anleihen und Aktien, Regierungen führen ihre Staaten an den Rand der Insolvenz und bringen damit den Anleihemarkt aus dem Gefüge, …

Eine breite Streuung auf unterschiedliche Anlagemärkte erhöht die Chance, auch unter extremen Bedingungen einige Vermögenswerte im Portfolio zu haben, die die gewünschten Entnahmen ohne nennenswerten Entnahmeverlust bereitstellen.

In unserer umfassend regulierten Anlagewelt entstehen bei jeder Vermögensanlage zwangsläufig Kosten. Einige sind unausweichlich, andere können vermieden oder verringert werden. Nutzen Sie jede Chance, unnötige Kosten zu vermeiden.
Kapitalströme ändern ihre Richtung schneller als aus der Vergangenheit gewohnt. Dementsprechend sollte die Überwachung der Vermögensanlagen nicht alle paar Wochen, sondern eigentlich jeden Tag erfolgen. Die Vermögensanlage und vor allem die Vermögens-Absicherung ist in unserer vernetzten Welt eine Baustelle, die jeden Tag mit Aufmerksamkeit betreut werden sollte. Nur so kann bei Bedarf eine schnelle Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen erfolgen. Dies gilt vor allem dann, wenn wieder einmal alle Marktteilnehmer gleichzeitig Risiken abbauen wollen. In unseren schnellen Märkten hilft hier nur eine schnelle und konsequente Absicherung. Warten, bis allseits bekannt ist, was da mal wieder passiert und was die Ursache dazu sein soll, führt dazu, dass man als Letzter durch den Ausgang kommt.

Wenn die fortlaufende Recherche der Märkte, die tägliche Überwachung der Vermögensanlagen und – bei Bedarf – die rasche Anpassung an veränderte Marktentwicklungen nicht möglich ist oder zu viel Aufwand erfordert, vergleiche Grundsatz 10.

Die breite Diversifizierung von Vermögensanlagen erfordert Zeit für die Recherche der Anlagemärkte. Die laufende Überwachung und Anpassung erfordert es, sich immer wieder mit den Vermögensanlagen zu befassen. Wenn Sie Ihre Zeit für andere Interessen nutzen möchten, könnte es vorteilhaft sein, externe Dienstleistung zu nutzen, wie dies über ein Fondsmanagement automatisch der Fall ist.

Sehen Sie hierzu auch das Video mit Betrachtungen zum grundsätzlichen und persönlichem Risiko, zum dreigeteilten Investmentkonzept und zu der täglichen Arbeit eines Fondsmanagements:

3ik-Strategiefonds: Risiko – Assetauswahl – Zusammenarbeit