Goldpreis im Korrekturmodus

Von Hans Heimburger

Noch Anfang August übersprang der Goldpreis zunächst mühelos die 2000 USD Marke, seitdem befinden wir uns im Korrekturmodus. Diese Korrektur war überfällig. An Attraktivität hat das Edelmetall deshalb nicht eingebüßt. Langfristig ist der Aufwärtstrend intakt und viele Analysten sind so optimistisch wie noch nie.

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sind allein 900 Tonnen des Rohstoffs in Gold-ETFs geflossen.

Situation erinnert an 2011

Was aber ist von diesem ersten größeren Rücksetzer seit Langem zu halten? Läutet er das Ende der Rally ein? Ist er als Warnschuss für Anleger zu deuten, die trotz des stark gestiegenen Preises noch immer fleißig zukaufen? Hat sich etwa doch eine Blase gebildet, die nun beginnt, erste Risse zu bilden? Tatsächlich erinnert manches an den sprunghaften Anstieg des Goldpreises zwischen den Jahren 2008 und 2011, im Nachgang der  großen Finanzkrise also.

Verglichen mit dem gegenwärtigen Preisanstieg eher ein Anstieg in Zeitlupe, aber dennoch ein sehr steiler. Aufkeimende Inflationsängste vor dem Hintergrund der einsetzenden expansiven Geldpolitik, ließen Anleger nach sicheren Häfen greifen. Auch damals gipfelte die Rally in einer Kursexplosion von Juni bis August 2011, als der Goldpreis um knapp 25%  von 1.487 auf 1.853 USD je Unze stieg. Eine Spekulationsblase, denn danach ging es fast fünf Jahre lang bergab, ehe sich eine Seitwärtsbewegung anschloss – über weitere vier Jahre. Die Aktienmärkte erholten sich, die Wirtschaft ebenso, sichere Häfen waren urplötzlich wieder unpopulär. Im Frühjahr 2018 lag der Preis bei ca. 1200 USD und setzte zur Rallye an. Seither kennt der Goldpreis (fast) nur noch eine Richtung. Nach oben!

 

Es spricht einiges für einen weiter steigenden Goldpreis

Im Nachgang der Finanzkrise mag die Geldpolitik expansiv gewesen sein, inzwischen ist daraus eine regelrechte Geldschwemme nach dem „Koste-es-was-es-wolle-Prinzip“ geworden. Notenbanken und Regierungen fluten die Märkte mit Geld. Ein bedeutender Teil davon landet an den Märkten, in Aktien, in Anleihen oder eben in Gold. Allein das spricht also schon für steigende Preise in nahezu allen Asset-Klassen. Vor allem kehrt damit jedoch die Inflationsangst zurück, denn was damals vielen klar war, ist nun wohl wirklich jedem bewusst: Ihre Schulden werden die Länder zu einem großen Teil nie mehr wieder zurückzahlen können und auch das Bedienen derselben wird zum Kraftakt.

„Es ist zu erwarten, dass die Zentralbanken ihre inflationäre Geldpolitik fortsetzen, und dass die dadurch anschwellenden Geldmengen die Güterpreise in die Höhe treiben“, meint Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa. Entsprechend würde Gold als Inflationsschutz dienen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis für das Edelmetall in den kommenden Monaten weiter ansteigt, ist aus unserer Sicht sehr groß.“ Seine Prognose für 2021: 2.700 US-Dollar.

Hinzu kommt: Die ultralockere Geldpolitik ist auch eine der niedrigen Zinsen. Und das wird bis auf weiteres auch so bleiben. Staatsanleihen werfen entsprechend kaum noch Rendite ab, Anleger werden ins Risiko gezwungen oder in sichere Häfen wie Gold. Dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft, fällt als Nachteil schließlich kaum noch ins Gewicht.

 

US-Dollar schwächelt

Zuletzt befeuerte nun auch noch ein schwächelnder US-Dollar die Goldpreisrally. Anleger sorgen sich zunehmend um das anschwellende US-Haushaltsdefizit und die wirtschaftliche Erholung in den USA. Da das Edelmetall auf dem Weltmarkt in der US-Währung gehandelt wird, wird es für ausländische Investoren günstiger, sobald der Dollar gegenüber deren Landeswährung abwertet.

Darüber hinaus sorgt die Corona-Krise schlicht für extreme Unsicherheit auf nahezu allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen. Den Rettungspaketen von Regierungen und Notenbanken ist es bislang zu verdanken, dass die Krise nicht noch wesentlich stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt, als ohnehin schon. Zukunftsprognosen sind quasi unmöglich. Die Weltmächte USA und China liegen im Clinch. In den USA sind im November Wahlen mit höchst ungewissem Ausgang. Der Brexit destabilisiert die EU weiter. Europas Südländer, allen voran Italien, bedrohen die Zukunftsfähigkeit des Euro.

Verwundern dürfte es einen da nicht, wenn Anleger demzufolge auch weiterhin zu einem sicheren Hafen, wie Gold, greifen.

 

Fazit:

Anleger tun gut daran die Korrektur gelassen auszusitzen und in Gold investiert zu bleiben!

 

 

Goldpreis im Korrekturmodus

Von Hans Heimburger

Noch Anfang August übersprang der Goldpreis zunächst mühelos die 2000 USD Marke, seitdem befinden wir uns im Korrekturmodus. Diese Korrektur war überfällig. An Attraktivität hat das Edelmetall deshalb nicht eingebüßt. Langfristig ist der Aufwärtstrend intakt und viele Analysten sind so optimistisch wie noch nie.

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sind allein 900 Tonnen des Rohstoffs in Gold-ETFs geflossen.

Situation erinnert an 2011

Was aber ist von diesem ersten größeren Rücksetzer seit Langem zu halten? Läutet er das Ende der Rally ein? Ist er als Warnschuss für Anleger zu deuten, die trotz des stark gestiegenen Preises noch immer fleißig zukaufen? Hat sich etwa doch eine Blase gebildet, die nun beginnt, erste Risse zu bilden? Tatsächlich erinnert manches an den sprunghaften Anstieg des Goldpreises zwischen den Jahren 2008 und 2011, im Nachgang der  großen Finanzkrise also.

Verglichen mit dem gegenwärtigen Preisanstieg eher ein Anstieg in Zeitlupe, aber dennoch ein sehr steiler. Aufkeimende Inflationsängste vor dem Hintergrund der einsetzenden expansiven Geldpolitik, ließen Anleger nach sicheren Häfen greifen. Auch damals gipfelte die Rally in einer Kursexplosion von Juni bis August 2011, als der Goldpreis um knapp 25%  von 1.487 auf 1.853 USD je Unze stieg. Eine Spekulationsblase, denn danach ging es fast fünf Jahre lang bergab, ehe sich eine Seitwärtsbewegung anschloss – über weitere vier Jahre. Die Aktienmärkte erholten sich, die Wirtschaft ebenso, sichere Häfen waren urplötzlich wieder unpopulär. Im Frühjahr 2018 lag der Preis bei ca. 1200 USD und setzte zur Rallye an. Seither kennt der Goldpreis (fast) nur noch eine Richtung. Nach oben!

 

Es spricht einiges für einen weiter steigenden Goldpreis

Im Nachgang der Finanzkrise mag die Geldpolitik expansiv gewesen sein, inzwischen ist daraus eine regelrechte Geldschwemme nach dem „Koste-es-was-es-wolle-Prinzip“ geworden. Notenbanken und Regierungen fluten die Märkte mit Geld. Ein bedeutender Teil davon landet an den Märkten, in Aktien, in Anleihen oder eben in Gold. Allein das spricht also schon für steigende Preise in nahezu allen Asset-Klassen. Vor allem kehrt damit jedoch die Inflationsangst zurück, denn was damals vielen klar war, ist nun wohl wirklich jedem bewusst: Ihre Schulden werden die Länder zu einem großen Teil nie mehr wieder zurückzahlen können und auch das Bedienen derselben wird zum Kraftakt.

„Es ist zu erwarten, dass die Zentralbanken ihre inflationäre Geldpolitik fortsetzen, und dass die dadurch anschwellenden Geldmengen die Güterpreise in die Höhe treiben“, meint Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa. Entsprechend würde Gold als Inflationsschutz dienen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis für das Edelmetall in den kommenden Monaten weiter ansteigt, ist aus unserer Sicht sehr groß.“ Seine Prognose für 2021: 2.700 US-Dollar.

Hinzu kommt: Die ultralockere Geldpolitik ist auch eine der niedrigen Zinsen. Und das wird bis auf weiteres auch so bleiben. Staatsanleihen werfen entsprechend kaum noch Rendite ab, Anleger werden ins Risiko gezwungen oder in sichere Häfen wie Gold. Dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft, fällt als Nachteil schließlich kaum noch ins Gewicht.

 

US-Dollar schwächelt

Zuletzt befeuerte nun auch noch ein schwächelnder US-Dollar die Goldpreisrally. Anleger sorgen sich zunehmend um das anschwellende US-Haushaltsdefizit und die wirtschaftliche Erholung in den USA. Da das Edelmetall auf dem Weltmarkt in der US-Währung gehandelt wird, wird es für ausländische Investoren günstiger, sobald der Dollar gegenüber deren Landeswährung abwertet.

Darüber hinaus sorgt die Corona-Krise schlicht für extreme Unsicherheit auf nahezu allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen. Den Rettungspaketen von Regierungen und Notenbanken ist es bislang zu verdanken, dass die Krise nicht noch wesentlich stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt, als ohnehin schon. Zukunftsprognosen sind quasi unmöglich. Die Weltmächte USA und China liegen im Clinch. In den USA sind im November Wahlen mit höchst ungewissem Ausgang. Der Brexit destabilisiert die EU weiter. Europas Südländer, allen voran Italien, bedrohen die Zukunftsfähigkeit des Euro.

Verwundern dürfte es einen da nicht, wenn Anleger demzufolge auch weiterhin zu einem sicheren Hafen, wie Gold, greifen.

 

Fazit:

Anleger tun gut daran die Korrektur gelassen auszusitzen und in Gold investiert zu bleiben!