Lower for longer – die Fed versucht die Renditen tief zu halten

Von Hans Heimburger

Der große Unterschied bei der Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und der Kursentwicklung der Aktienmärkte seit dem Corona-Crash ist extrem auffallend.

die blaue Linie illustriert die Renditeentwicklung 10-jähriger US-Staatsanleihen und die rote Linie die Kursentwicklung des S&P 500 (1 Jahr).

 

Während die Aktienmärkte die Kursverluste aus dem 1. Quartal 2020 mittlerweile fast vollständig aufgeholt haben, liegen die Renditen immer noch nahe dem Tief von 0,50 Prozent (März und August 2020). Seit den Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag und den gestern veröffentlichten Inflationsdaten (etwas höher als erwartet) stieg die US-Rendite von 0,50% auf aktuell 0,677% an.

Kaum Anstieg der Renditen trotz kräftiger Konjunkturerholung

Das weiterhin tiefe Niveau der Renditen kann an zwei Hauptursachen festgemacht werden. Der erste Grund ist die hohe Zahl an C-19 Neuinfektionen in Amerika seit Juni. Damit verbunden ist (war) die Befürchtung vor einer Verlangsamung der konjunkturellen Erholung im Lande. Allerdings wird diesem Argument seit einigen Tagen ein Stück weit der Boden entzogen, da sich das Tempo der Neuinfektionen in den letzten Tagen stark verlangsamt hat. Auch dieser Umstand mag zu dem jüngsten Renditeanstieg der US-Treasuries beigetragen haben.

Der zweite Grund ist die negative Einschätzung der Konjunkturaussichten durch die Fed. Auf der Pressekonferenz nach dem Juli-Meeting der US-Notenbank betonte Jerome Powell, dass die Fed für weitere Unterstützungsmaßnahmen bereit stehe und die Zinsen noch sehr lange tief halten wird selbst dann, wenn die Inflationsrate wieder anzieht.

Wird der Markt die Fähigkeit / den Willen der Fed testen?

Vor allem dann, wenn die Inflationsdaten in den kommenden Wochen nach oben tendieren (dies vermute ich), werden die Marktkräfte den Willen der Fed, auch am langen Ende der Zinskurve die Renditen möglichst tief zu halten, einem Test unterziehen.

Mag sein, dass ein temporärer Anstieg in Richtung der 1% möglich ist, darüber hinaus sollte es der US-Notenbank gelingen, die (Zinsstruktur) Kontrolle zu behalten.

Capital Economics revidierte heute die Prognose für Ende 2020, 2021 und 2022 bezüglich der Rendite der 10-jährigen US-Treasuries von 1,0% auf 0,50% nach unten.

Renditeentwicklung und -Prognose 10-jähriger Staatsanleihen Deutschland und UK (Skala linke Y-Achse) und USA (rechte Y-Achse)

Fazit:

Lower for longer. Die internationalen Notenbanken werden mindestens bis 2022 nahezu alles unternehmen, um einem Renditeanstieg entgegen zu wirken. Dies sollte die Aktienkurse aber auch die Edelmetallpreise weiter beflügeln.

Lower for longer – die Fed versucht die Renditen tief zu halten

Von Hans Heimburger

Der große Unterschied bei der Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und der Kursentwicklung der Aktienmärkte seit dem Corona-Crash ist extrem auffallend.

die blaue Linie illustriert die Renditeentwicklung 10-jähriger US-Staatsanleihen und die rote Linie die Kursentwicklung des S&P 500 (1 Jahr).

 

Während die Aktienmärkte die Kursverluste aus dem 1. Quartal 2020 mittlerweile fast vollständig aufgeholt haben, liegen die Renditen immer noch nahe dem Tief von 0,50 Prozent (März und August 2020). Seit den Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag und den gestern veröffentlichten Inflationsdaten (etwas höher als erwartet) stieg die US-Rendite von 0,50% auf aktuell 0,677% an.

Kaum Anstieg der Renditen trotz kräftiger Konjunkturerholung

Das weiterhin tiefe Niveau der Renditen kann an zwei Hauptursachen festgemacht werden. Der erste Grund ist die hohe Zahl an C-19 Neuinfektionen in Amerika seit Juni. Damit verbunden ist (war) die Befürchtung vor einer Verlangsamung der konjunkturellen Erholung im Lande. Allerdings wird diesem Argument seit einigen Tagen ein Stück weit der Boden entzogen, da sich das Tempo der Neuinfektionen in den letzten Tagen stark verlangsamt hat. Auch dieser Umstand mag zu dem jüngsten Renditeanstieg der US-Treasuries beigetragen haben.

Der zweite Grund ist die negative Einschätzung der Konjunkturaussichten durch die Fed. Auf der Pressekonferenz nach dem Juli-Meeting der US-Notenbank betonte Jerome Powell, dass die Fed für weitere Unterstützungsmaßnahmen bereit stehe und die Zinsen noch sehr lange tief halten wird selbst dann, wenn die Inflationsrate wieder anzieht.

Wird der Markt die Fähigkeit / den Willen der Fed testen?

Vor allem dann, wenn die Inflationsdaten in den kommenden Wochen nach oben tendieren (dies vermute ich), werden die Marktkräfte den Willen der Fed, auch am langen Ende der Zinskurve die Renditen möglichst tief zu halten, einem Test unterziehen.

Mag sein, dass ein temporärer Anstieg in Richtung der 1% möglich ist, darüber hinaus sollte es der US-Notenbank gelingen, die (Zinsstruktur) Kontrolle zu behalten.

Capital Economics revidierte heute die Prognose für Ende 2020, 2021 und 2022 bezüglich der Rendite der 10-jährigen US-Treasuries von 1,0% auf 0,50% nach unten.

Renditeentwicklung und -Prognose 10-jähriger Staatsanleihen Deutschland und UK (Skala linke Y-Achse) und USA (rechte Y-Achse)

Fazit:

Lower for longer. Die internationalen Notenbanken werden mindestens bis 2022 nahezu alles unternehmen, um einem Renditeanstieg entgegen zu wirken. Dies sollte die Aktienkurse aber auch die Edelmetallpreise weiter beflügeln.