Nachhaltigkeit in der Vermögensverwaltung

Von Hans Heimburger

Am 1.1.2020 ändert sich die Anlagepolitik bei Banken und Vermögensverwaltern stärker in Richtung nachhaltige Investments. Die EU macht gesetzliche Vorgaben wie mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Vermögensverwaltung und der Anlageberatung in den Banken umzugehen ist. Mein Kollege, Bernd Heimburger, hat dies bereits im März 2019 an dieser Stelle in einem Beitrag thematisiert. Zum Jahresbeginn 2020 werden die sog. ESG Kriterien (environmental, social und good governance) bei der Kapitalanlage ein deutlich stärkeres Gewicht erhalten.

 

Wikinger und Nachhaltigkeit

Doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich. Ich selbst habe dies bei meinem Sommerurlaub auf Island auf sehr anschauliche Weise erfahren. Die Wikinger kamen um 860 n.Chr. nach Island und versuchten das Land urbar zu machen. Der Boden war aber aufgrund des Lavagesteins für eine Landwirtschaft kaum geeignet und man konnte nur überleben dank des reichen Fischvorkommens. Für den Fischfang und die Eroberungszüge benötigte man Schiffe und man fällte Bäume, die es damals reichlich auf der Insel gab. Auch für Weidezäune, Hausdächer, Haushaltsgeräte und um zu heizen wurde Holz benötigt und so rodeten die Wikinger in relativ kurzer Zeit den gesamten Waldbestand. Man hat nicht bedacht, dass die Bäume nicht so schnell wachsen, wie sie benötigt wurden: Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.

Die Aktivitäten nehmen zu

Im Januar 2019 titelte das Handelsblatt „Vermögensverwaltung kommt an Nachhaltigkeit kaum noch vorbei“ und verwies in dem Artikel darauf, dass viele Traditionshäuser große Aktivitäten betreiben, um das Nischenthema zu einem wichtigen Anlagetrend zu entwickeln. Man spricht gar von „der größten Anlagechance in der jüngeren Geschichte“. Eine Entwicklung, die auch Jens Erhardt von DJE Capital wahrnimmt. „Früher haben wir das für spezielle Kunden, wie etwa Kirchen gemacht. Heute machen wir es für alle“.

Auch wir als Vermögensverwalter stellen uns diesem Thema und haben vor Jahren bereits Nachhaltigkeits-Depots entwickelt. In dieser Woche begleiteten  wir für unsere Kunden ein neues Fondsprodukt, den Paladin Quant Aktien Global Nachhaltigkeitsfonds. Das Fondsmanagement arbeitet dabei mit einem quantitativen Ansatz das durch intelligente Nutzung von Big Data (Technologie zur Verarbeitung riesiger Datenmengen) und Mustererkennung das Portfolio permanent überwacht und optimiert. Wir haben die Fondskonzeption sehr lange und intensiv verfolgt und gelangten zu der Überzeugung, dass sich hier eine außergewöhnlich attraktive Investitionschance ergibt.

Seit dem 11.04.2019 wurde der Fonds als sogenanntes „Wikifolio“ in Echzeit geführt. Natürlich ist dies nun kein sehr langer Zeitraum. Allerdings bestätigte die überzeugende Wertentwicklung unseren positiven Gesamteindruck.

Fazit:

Nachhaltige Investments spielen bei unseren Anlageentscheidungen bereits seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Diesen Weg werden wir aus Überzeugung konsequent weiterverfolgen.